Reifendruck-Rechner
Der schnellste Druck ist nicht der höchste. Oberhalb eines belagsabhängigen Breakpoints fressen Vibrationsverluste alles auf, was ein härterer Reifen verspricht — der richtige Druck hängt also von deinem Gewicht, deiner realen Reifenbreite und der Straße ab. Stell ihn richtig ein, vorne und hinten.
⚖️ SYSTEMGEWICHT Alles, was die Reifen tragen: du im Rennoutfit, das Rad, Flaschen und alles Angeschraubte. Der Druck skaliert direkt mit der Last — das ist der wichtigste Einzelwert; 5 kg zu niedrig geschätzt kosten dich etwa 0.3 bar. Dein Körpergewicht ist mit deinem Athletenprofil geteilt und bleibt so mit dem Rest der Seite im Gleichschritt.
SYSTEMGEWICHT 85.0kg mit deinem Athletenprofil synchronisiert
🚴 POSITION Wie sich dein Gewicht auf vorne und hinten verteilt. In den Aerobars sitzt du weiter vorn — 48% vorne — daher trägt der Vorderreifen mehr als auf dem Rennrad (45%). Deshalb bekommen die beiden Laufräder unterschiedliche Drücke.
📏 REIFENBREITE Die reale montierte Breite, nicht die Zahl auf der Flanke — ein 28 mm Reifen misst auf einer breiten modernen Felge deutlich über 28 mm. Die Breite dominiert das Ergebnis (der Druck fällt mit Breite^1.5), miss also wenn möglich mit dem Messschieber. Andernfalls gib die nominelle Größe plus die Innenweite deiner Felge an, dann wird sie geschätzt.
🛣️ BELAG Die Impedanz-Korrektur. Jenseits eines belagsabhängigen Breakpoints rollt ein härterer Reifen nicht mehr schneller, sondern versetzt dich und das Rad in Vibration — die Verluste steigen wieder. Je rauer die Straße, desto niedriger liegt dieser Breakpoint — raue Beläge bekommen also weniger Druck, nicht mehr.
💨 GESCHWINDIGKEIT Dein realistischer Schnitt für diese Strecke. Schnelleres Fahren schlägt härter in Unebenheiten ein und schiebt den Breakpoint etwas nach oben, verdient also einen kleinen Druckaufschlag (±3% an den Extremen). Eine kleine Korrektur neben Gewicht und Breite.
🔧 SYSTEM Tubeless hat keinen Schlauch, der walkt und quetscht, und läuft daher ~0.3 bar niedriger als ein Setup mit Schlauch. Auch die Karkasse zählt: Ein geschmeidiger High-TPI-Reifen gibt beim gleichen Druck mehr nach und will etwas mehr Luft; eine verstärkte oder pannengeschützte Karkasse ist steifer und will etwas weniger.
Karkasse
🧰 DRUCKLIMITS (OPTIONAL) Die Maximaldrücke auf deiner Reifenflanke und laut Felgenhersteller. Der niedrigere gewinnt und übersteuert immer die Empfehlung — ein berechneter Druck, den deine Felge nicht verträgt, ist kein Druck, den du fährst.
Der niedrigere der beiden gewinnt immer gegenüber der Empfehlung.
Wissenschaftliche Basis & Quellen
Der Rechner basiert auf Frank Bertos 15%-Tire-Drop-Modell und der öffentlich publizierten Impedanz-/Breakpoint-Forschung von Tom Anhalt und Josh Poertner. Das Hookless-Limit folgt der ETRTO (5.0 bar / 72.5 psi). Die vollständige Herleitung und die Kalibrierungsnotizen stehen in der Formeldokumentation des Projekts.
- — All About Tire Inflation 15% tire-drop model, load/width curves, weight distribution
- — Bicycle Tire Pressure (open Berto fit, 2013) Fit P ∝ load / width^1.5 (basis of the calibration parameters)
- — Optimizing Your Tire Pressure for Your Weight Wheel-load split and application of the Berto charts
- — Tire Pressure Take-Home Limits of the drop model, influence of the casing
- — Part 4A: Rolling Resistance (History and Previous Works) Impedance concept (losses from surface roughness)
- — Part 4B: Rolling Resistance and Impedance Breakpoint logic: surface/speed correction
- — Field measurements of the breakpoint pressure (Blather 'bout Bikes) Original empirical discovery of the breakpoint
- — Talking Tire Pressure for Zipp Wheels Practical anchor for the surface correction, hookless context
- — Standard for hookless (TSS) rims Hard limit 5.0 bar / 72.5 psi